Norderstedter Anzeiger, 31. März 2004

Die „Fabulous Flops“ in der „TriBühne“

A-Capella mit Spaß-Garantie

Beigeisterten mit Songs, die Kassiker der Pop- und Rockgeschichte sind:
Die „Fabulous Flops“ erhielten für ihr Konzertin der „TriBühne“ stehende Ovationen.

Norderstedt (ve). Die sehen aus wie Physiker, Bademeister und Bäcker, würde jeder denken, dem sie auf der Straße begegnen. Doch wenn sie auf der Bühne stehen, sind sie die „Fabulous Flops“, eine Hamburger A-Capella-Gruppe Marke Eigenbau. Kürzlich haben sie bei ihrem ersten Konzert in der „TriBühne“ ihre Fans und die, die es erst noch werden wollten, restlos überzeugt. Es sind die Jungs von nebenan, die da oben auf der Bühne singen. Hanno Kohfeldt, der aussieht wie ein Physiker, aber Malermeister ist. Patrick Albrecht, der wie ein Bademeister wirkt und Techniker ist. Sie haben die Band mit gegründet, seit 14 Jahren ist sie ihr liebstes Hobby.
Die „Fabulous Flops“ sind eine Boy-Group mit prähistorischem Charakter. Songs der 50er und 60er Jahre sind ihre Lieblingslieder, das Singen ist ihre Spezialität, ihre Choreographie passt sich diesen Klassikern an. Professionell ist ihr Gesang. „Wir studieren alles selber ein“, betonen sie im Gespräch mit der Presse, „und haben uns das Singen über die Jahre selber beigebracht.“ Da erstaunt die Reinheit der Intonation, die gekonnt gesetzte Dynamik um so mehr. Aber: Hätten sie dem Gesangsunterricht eine Chance gegeben, hätten sie dies auch jeweils bis zur Pause durchhalten können.
Und sie haben ein begnadetes Fundament: Frank Buttgereit als Bass. Er sieht aus wie ein Kfz-Mechaniker, ist Kaufmann und wenn er singt, guckt er betreten wie ein Konfirmand über die Bühne. Sein Bass ist derart sicher, sonor und satt, dass er auch im Forte höchstens mal seinen Mitstreitern, nie aber dem Publikum zu laut wird. Und wenn er dann im großen Solo als Michael-Jackson-Elvis-Verschnitt über die Bühne twisten darf, fragt sich jeder im Saal, warum dieses Showtalent noch als Kaufmann arbeitet.
Über die Bühne twisten, das tun alle. Sie schmachten zu „Only you“ (wo waren die Feuerzeuge der Fans?), lästern zu „Always look on the bright side of life“ oder lassen in „Silence is golden“ und „Blue Moon“ gnadenlos die Romantik raushängen. Sie machen aus Status Quo oder „I’m blowing away“ Schuljungen-Musik und schludern in Eigen-Kreationen über Groupies und Katholiken. Letztere mussten einen Chorgesang mit schlüpfrigem Text über sich ergehen lassen. Wer will, kann dies auf zwei eigenen CDs und ihre Stimmen in so mancher amerikanischer Produktion hören.
Etwas mehr Mühe könnten sich die fünf bei ihrer Moderation geben. Witziges ergibt sich nur sehr selten spontan aus dem Konzertabend heraus. Geplante Komik fährt das wesentlich sicherer. So machen es die Profis auch – und die können nicht alles falsch machen. Auch wenn ihnen diese Physiker, Bademeister und Bäcker – pardon, Malermeister, Techniker und Kaufmann sicher das Wasser abgraben werden.

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